Beschreibung Belgisches (Genter) Bartkaninchen
Geschichte
Das Bartkaninchen ist eine französich-belgische Rasse, welche bereits verschiedene Male als apartes Kaninchen gezüchtet wurde. Das wirkliche Alter ist bis jetzt noch nicht bestimmt worden. In Frankreich ist es als 'Das Löwenkopfkaninchen' bekannt. Während der Ausstellung 1962-63 in Gent (Belgien) wurde der Versuch unternommen das Bartkaninchen unter dem Namen 'Gentse Baarden' als neue Rasse vorzustellen. Aus heut nicht mehr bekannten Gründen blieb der damalige Versuch erfolglos. Die Rasse muss nicht nur in Frankreich und Belgien, sondern auch allgemein als sehr selten angesehen werden.
Die Belgischen Bartkaninchen wurden Anfang der 1960-er Jahre bekannt, als sie in den belgischen Standard aufgenommen werden sollten. Das Vorhaben scheitete eher aus privaten Gründen. Der belgische Züchter hatte Jahre zuvor aus Frankreich erste Tiere von einem Eremiten mit dem bereits bekannten Aussehen erworben. Von der Durchschlagskraft der Rassemerkmale und hohen Leistungen in jeder Hinsicht begeistert, sollten diese schönen Kaninchen eine belgische Rasse werden.
Anfang der 1990er Jahre wurden Mitglieder der GEH eher nebensächlich auf die 'Gentse Baarden' aufmerksam. Durch Dr. Güntherschulze, Ronny de Clark und Fritz-Günther Röhrßen kamen erste Tiere nach Deutschland, wo sie in den Folgejahren auf mehrere Arche-Höfe der GEH verteilt wurden. Weitere Importe folgten.
Heute (2009) wird das mittlerweile 'Belgische Bartkaninchen' genannten Tier von etwa 40 Züchtern in Deutschland, der Schweiz, Belgien und Luxemburg gezüchtet, wobei es in Belgien schon wieder 3 Züchter bekannt sind. In Belgien wird es unter dem Namen 'Genter Bartkaninchen' gezüchtet, wobei es in Österreich einfach 'Bartkaninchen' genannt wird. Unbekannt ist, ob es noch Bestände in Frankreich gibt.
Binnen zwei Jahren haben wir es geschafft den Züchterkreis von 12 auf 40 zu erhöhen. Da die Nachfrage nach Zuchttieren vorlaufend ist, werden wir mit weiteren Züchtern zählen können. Seit Ende 2008 ist das Bartkaninchen nun auch in Österreich als Rasse anerkannt, in Deutschland leider lediglich im BDK (seit 2004?). Für die europäische Züchtergemeinschaft Entente Europenne (EE) gilt es seit 2007 mit der Aufnahme in den Europastandard als zugelassen!
Jetzt in 2009 blicken wir auf eine Züchtergemeinschaft von 85 Züchtern im Verein 9D1 'Erhaltungszucht'! Wir freuen uns auf jeden neuen Züchter bzw. Züchterin und werden uns bemühen, diese auch mit einigen Zuchttieren auszurüsten.
Kennzeichnung und Eigenschaften:
Bei jungen reinrassigen Kaninchen ist das Barthaar mit ca. 7 cm das längste. Die Tiere sind am Kopf, Schultern und Becken langhaarig. Die Beckenbehaarung verschwindet bei älteren Tieren teilweise bis vollständig. Ein anderes, auffallendes Kennzeichen sind die breiten Ohren. Ideal sind Ohren von 11 cm Länge und 8,5 cm Breite. Diese auffallenden Ohren betonen den kräftigen Kopf. Das Fell ist warm und wildfarbig. Die Flanken und die lange Behaarung ist dunkler, der Bauch ist heller. Die Blume ist ca. 12 cm lang. Der Körperbau ist gut und kräftig bei einer Länge von ca. 40 cm und einem breiten Rücken. Erwachsene Tiere werden, ohne viel Fett, ca. 6 kg schwer und sind in 6 Monaten schlachtreif. Die Bartkaninchen sind gute Futterverwerter und frühwüchsig. Die Zuchtresultate sind als nicht schlecht zu bezeichnen. Würfe von 9-10 Jungen kommen vor. Der Ausfall von Jungtieren während der Aufzucht ist sehr gering.
Quelle: Homepage des Vereins 9 D 1 'Erhaltungszucht' im BDK
Standard BDK 2007
Belgisches Bartkaninchen (BB)
schwarzwildfarbig (grau)
Erbformel:
ABCDGyMz
ABCDGyMz
Höchstbewertung:
1. Gewicht 20 Punkte
2. Körperform und Bau 20 Punkte
3. Bart / Abzeichen 15 Punkte
4. Mähne 15 Punkte
5. Deckfarbe/Unterfarbe 10 Punkte
6. Fell 10 Punkte
7. Kondition / Pflege 10 Punkte
Maximal erreichbar 100 Punkte
Gewichtstabelle:
4,00 - 4,25 kg = 18 P.
4,25 - 4,50 kg = 19 P.
4,50 - 6,00 kg = 20 P.
1. Gewicht
Normalgewicht 4,5 - 6,0 kg
Mindestgewicht 4,0 kg darunter: Bewertungsausschluss
Höchstgewicht 6,0 kg darüber: Bewertungsausschluss
2. Körperform und Bau
Der Körper ist walzenförmig, vorne und hinten etwa gleich breit. Der Hinterkörper ist im Profil betrachtet rundlich, extreme Rundheit ist jedoch nicht zu fordern, ertastete Knochen sind nicht zu beanstanden. Rammler und Häsin unterscheiden sich kaum, die ältere Häsin darf eine kleine wohlgeformte Wamme tragen.
Der durch die längere Behaarung kräftig erscheinende Kopf soll dicht am Rumpf angesetzt sein. Der Kopf ist keineswegs rund oder klobig, sondern eher schmal, länglich-dreieckig. Die Ohren werden aufrecht V-förmig getragen, die Ohrlänge entspricht ca. 1/4 der Körperlänge.
3. Bart und Abzeichen
Der Bart besteht aus Abzeichen auf den Wangen und setzt sich auf der Stirn fort und formen so eine dunkle Gesichtsmaske, die sich vom normalhaarigen Fell auf dem Nasenrücken sowie den Wildfarbigkeitsmerkmalen, kontrastreich absetzt. Sie werden durch feinwollig strukturierte dunkle Haare hervorgerufen. Die Abzeichen an den Flanken bestehen ebenfalls aus solchen feinwollig strukturierten dunklen Haaren, die sich kontrastreich vom normalhaarigen Rückenfell abheben.
4. Mähne
Die Tiere sind am Kopf und Schulter langhaarig. Langhaarigkeit an den Flanken wird erwünscht. Die Bartbehaarung hat eine Länge von ca. 7 cm, sie ist dem Angora ähnlich fein.
5. Deckfarbe/Unterfarbe
Die Deckfarbe ist ein leicht rötliches wildgrau (schwarzwildfarbig). Alle Varianten der Schwarzwildfarbe möglich. Die Unterfarbe erfasst etwa 2/3 der Haarlänge, sie ist von reiner dunkelblaugrauer Farbe. Die Augenfarbe ist braun, die Krallen sind dunkelhornfarbig. Im Bereich der Läufe werden helle Abzeichen toleriert.
6. Fell
Das Fellhaar ist mit 3 - 3,5 cm mittellang, die Grannen stehen etwas über und sind gleichmäßig verteilt. Besondere Felldichte wird nicht gefordert.
7. Kondition/Pflege
Ausstellungskondition und gute Pflege wird vorausgesetzt. Kein Filz - beschnittene Krallen - saubere Geschlechtsecken. Die Tiere werden vielfach extensiv in Gruppen gehalten (artgerecht), kleine Kratzer und verheilte Bisswunden sind daher nicht zu vermeiden und werden nicht bestraft.
Leichter Fehler:
Geringe Abweichung aller Maße, schwacher Mähne, leichter Filz. Deckfarbe leicht weiß durchsetzt.
Schwere Fehler:
Deutliche vom Typ abweichende Tiere, Wamme (außer Althäsin), weiße Kralle/n, weiße Flecken im Fell größer 5 mm, stark weiß durchsetzt. Fehlende Rassemerkmale Bart.
Quelle: Bund Deutscher Kaninchenzüchter (seit 1892)