Satinzwerge
Das erste Satinkaninchen ist durch eine Mutation in einem Wurf von Havanna Kaninchen bei dem amerikanischen Züchter Walter Hueg aufgetreten. Als der Züchter das Tier zusammen mit seinem Nachwuchs 1934 auf einer Ausstellung in Louisville vorstellte erregte das Kaninchen großes Aufsehen.
Den Rassenamen Satinkaninchen haben die Tiere ihrem auffallend seidigen Glanz ihres Fells zu verdanken. Satinkaninchen wurden 1973 in den Deutschen Rassestandard aufgenommen.
Die Satinzwerge sind in Deutschland derzeit nur im ZDRK im Farbenschlag 'rot' zur Neuzüchtung zugelassen, dabei werden sie nach dem Standard der Farbenzwerge hinsichtlich Körpergröße, Gewicht, Körperbau, Kopf und Ohren, hinsichtlich der Fellhaarqualität und -struktur nach dem Vorbild der 'großen' Satin gezüchtet. Das Idealgewicht ausgewachsener Satinzwerge liegt zwischen 1,100 Gramm bis 1,350 Gramm.
Das feine Haar der Tiere hat einen besonders tiefen Glanz, welcher nur bei Kaninchen dieser Rasse vorkommt. Die Haarlänge liegt bei etwa 3 cm. Die Verdünnung des Haarschafts verleiht den Satin eine eigentümliche Fellhaarstruktur. Dies ist das entscheidende Typenmerkmal der Satinrassen.
Musterbeschreibung im ZDRK
Link zur Musterbeschreibung:
http://www.frkz.de/wbb2/jgs_db.php?action=download&download_id=113&sid
Beschreibung Satinzwergwidder
Grundsätzlich sind alle kleinen Widderarten Abarten des Deutschen bzw. Französischen Widders. Die deutschen Zwergwidder und NHD sind dabei die kleinsten Erscheinungsformen. Anzustreben für den Satinzwergwidder ist der Gewichtsrahmen des Zwergwidders, sie sollen bei Erreichen des Zuchtziels ein Normalgewicht von über 1,4 kg bis 1,9 kg aufweisen, bei einem Mindestgewicht von 1,2 kg und einem Höchstgewicht von 2 kg. Tiere, die leichter sind, haben möglicherweise das letal (tödlich) wirkenden Zwergen - Gen in sich, das aus Tierschutzaspekten auf jeden Fall zu vermeiden ist. Die Verpaarung von reinen Satin wird wegen möglicherweise auftretenden Schwächung der Konstitution der Tiere ebenfalls nicht empfohlen, stattdessen die Verpaarung von 'Satinträgern' angeraten.
Der Körper ist kurz, gedrungen und breitschultrig. Der Kopf soll einen ausgeprägten Widdertypus aufweisen, mit kurzer Schnauze, breiter Stirn, starken Kinnbacken und Ramsnase. Die Ohren des Satinzwergwidders werden als Behang bezeichnet. Sie sollen fleischig und abgerundet sein, bei einer Ideallänge von zusammen 24 - 28 cm, und hängen schlaff in einer 'Hufeisenform' zu beiden Seiten des Kopfes herab. In der Kopfmitte bilden sie charakteristische Erhebungen, die als Krone bezeichnet werden.
Die Besonderheit an Satinzwergwiddern ist, im Vergleich zu den normalhaarigen Zwergwiddern, ihr seidenartiges Fell. Das feine Haar der Tiere hat einen besonders tiefen Glanz, welcher nur bei Kaninchen dieser Rasse vorkommt. Die Haarlänge liegt bei unter 3 cm. Die Verdünnung des Haarschafts bei einer transparenten und dadurch das einstrahlende Licht reflektierende Oberflächenhaut verleiht dem Satin seine eigentümliche Haarstruktur und einen seidigen Glanz. Dies ist das entscheidende Typenmerkmal aller Satinrassen.
Gezüchtet werden Satinkaninchen seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Mutation ist erstmals in den USA aufgetaucht. Das Satinzwergkaninchen befindet sich im Farbenschlag 'rot' seit einigen Jahren in Deutschland beim ZDRK in der Anerkennungsphase, die Satinzwergwidder sind in Deutschland nicht anerkannt.
Das Ursprungsland ist nicht bekannt, ebenso ist nicht bekannt, dass diese Rasse bereits in einem anderen Land anerkannt ist.
Auf Grund der Spalterbigkeit der Tiere (bedingt durch andere Zuchtmethoden im Ausland) fallen immer wieder nicht erwünschte Farben. Der gute Züchter sollte bemüht sein, nicht erwünschte Farben seiner Tiere möglichst an andere Züchter jener Farben weiterzugeben. Sowohl im Hinblick auf den Tierschutz, als auch, um genetische Vielfalt zu behalten, ist es nicht von Sinn, diese Tiere sinnlos - oder auch nur zu Schlachtzwecken, zu töten.
Vermutliche genetische Formel für ein wildfarbenes Tier:
ABCDGSa
Musterbeschreibung
Bewertungsskala
Pos. 1 Gewicht 20 Punkte
Pos. 2 Körperform, Typ und Bau 20 Punkte
Pos. 3 Fell, Fellstruktur 15 Punkte
Pos. 4 Kopf, Behang, Krone 15 Punkte
Pos. 5 Farbe *² 15 Punkte
Pos. 6 Unterfarbe *³ 10 Punkte
Pos. 7 Kondition+Pflegezustand 5 Punkte
Gesamt 100 Punkte
Bei Abzeichen- und Zeichnungstieren:
*² Pos. 5 Farbe und Unterfarbe
*³ Pos. 6 Abzeichen/Zeichnung
1. Gewicht Normalgewicht über 1,50 bis 2,0 Kg. Mindestgewicht 1,20 Kg. Höchstgewicht 2,25Kg.
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Gewichtsbewertung |
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2. Körperform, Typ und Bau
Der Körper ist kurz gedrungen, breitschultrig und mit einer schönen Rückenlinie, einem breiten, gut abgerundeten Becken und einem kurzen, kräftigen Nacken ohne sichtbaren Hals versehen. Die Läufe sind kurz und mittelstark. Die Häsin ist etwas feiner als der Rammler und frei von jeglichem Wammenansatz.
Leichte Fehler und schwere Fehler: Siehe 'Allgemeines' und Standard Zwergwidder.
3. Fell und Haarstruktur
Das Fellhaar des Satinzwergwidders ist kurz, dicht und weich, es hat im Idealfall eine Länge von 2,5 bis 3 cm. Die Begrannung ist fein aber dicht, gleichmäßig und ohne überstehende grobe Haarspitzen. Die Ohren sind dicht behaart, Genick und Schoßpartie sind frei von Lockenbildung. Durch die besondere Haarstruktur erscheint das Fell etwas dünner als bei normalhaarigen Zwergwiddern.
Die Verdünnung der Haarstruktur muss eindeutig erkennbar sein, auch an den kurz behaarten Stellen wie Kopf und Läufen. Auffallend tritt am ganzen Körper der satinartige Glanz in Erscheinung. Dadurch unterscheidet sich das Fell des Satinzwergwidders deutlich von den normal- und kurzhaarigen Zwergwiddern. Bei der Bewertung ist dabei Rücksicht auf die Reflektion unter Kunstlicht zu nehmen.
Leichte und schwere Fehler: Siehe 'Satinkaninchen'.
4. Kopfbildung, Behang, Krone
Für beide Geschlechter typisch ist der ausgeprägte Widderkopf, der kurz und kräftig zu sein hat, eine breite, gut entwickelte Schnauzpartie und starke Kinnbacken sowie eine breite Stirn und eine schöne Ramsnase aufweist.
Der Behang besitzt an den Ohrenansätzen ausgeprägte Wulste (Krone) und wird hufeisenförmig, mit der Schallöffnung nach innen zum Kopf getragen. Der Behang ist stabil im Gewebe und an den Enden gut abgerundet. Die ideale Länge des Behanges beträgt 24 - 26 cm.
Leichte Fehler: Wenig entsprechend den Rasse - und Geschlechtstyp ausgeprägte Kopfbildung. Schwach entwickelte, flache Krone. Schwache, dünne, zusammengefaltete Ohren. Schlecht getragener oder abstehender (schwebender) Behang. Etwas kurzer oder langer, nicht zur Körpermasse passender Behang.
Schwere Fehler: Völliges Fehlen des Widderkopftyps; Häsinnenkopf beim Rammler; ausgeprägter Rammlerkopf bei der Häsin. Zeitweiliges Aufrechttragen eines oder beider Ohren; weniger als 22 cm oder mehr als 28 cm Behanglänge.
5. und 6. Farbe, Unterfarbe, Abzeichen und Zeichnungen:
Das Satinzwergwidder wird in allen denkbaren Farben gezogen. Welche in den Grundfarben wären:
1. Grau (in allen Varianten)
2. Schwarz
3. Elfenbein = Weiß (Rot- und Blauauge)
4. Chinchilla
5. Crème = Gelb
6. Rot
7. Feh
8. Silber (in allen Varianten)
9. Seal (schwarzbraun)
10. Blau
11. Opal (Blaugrau)
12. Havanna
13. Hasenfarbig
14. Separatorfarbig
15. Lux (feh -wildfarbig)
16. Pastell (rote Tiere mit einem 'Schuss' blau, AbCdG plus Rotverstärker, Standard CZ)
Abzeichentiere:
1. russenfarbig (blau, havannabraun, schwarz)
2. marderfarbig (blau und braun)
3. Siamesen (blau, gelb)
4. thüringerfarbig (schwarz, blau, havannabraun), wird regional auch gems- oder madagaskarfarbig genannt!
5. Sallander (thüringer-chinchillafarbig)
6. lohfarben (blau, schwarz, braun, feh)
7. Schwarzgrannen
8. Weißgrannen
9. Weißgrannen-Marder
10. Isabell (Thüringer hellgelb-hellblau), wird auch als 'Schildpatt' bezeichnet
11. Mignon/Fawn (gelb- oder rotwildfarbig-schwarz)
Schecken:
1. Mantelschecke (zwei- und dreifarbig)
2. Königsmantelschecke, dreifarbige Kombischecke (Punkt- und Mantelschecke)
3. Punktschecke (Schecken mit und ohne Schmetterling, Kettenzeichnung, Dalmatiner - in zwei und dreifarbig)
4. Holländer (in allen Varianten)
5. Harlekin = Japaner (blau-gelb, schwarz-gelb, feh-gelb, havannabraun-gold)
6. Rhönfärbig (blau, schwarz, havannabraun, feh)
7. Westfalen-Schecke (Weißohren in allen Farben)
Für die Bewertung sind die Beschreibungen der Farbenschläge bzw. Zeichnungs-/Abzeichenarten der Ausgangsrassen maßgeblich.
Leichte Fehler und schwere Fehler: Siehe 'Allgemeines' bzw. die Beschreibungen der Ausgangsrassen..
7. Pflegezustand Siehe »Allgemeines«. Ausstellungskondition und gute Pflege wird vorausgesetzt. Kein Schmutz - beschnittene Krallen - saubere Geschlechtsecken. Die Tiere werden vielfach extensiv in Gruppen oder als Paar gehalten (artgerecht), kleine Kratzer und verheilte Bisswunden sind daher nicht zu vermeiden und werden nicht bestraft.